DER ÄLTESTE TRAUM

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Frau Burner denkt laut

Autonomie. Was für ein verführerisches Wort.

Wer will das nicht – unabhängig sein, niemanden brauchen, das eigene Leben selbst in der Hand halten?

Der moderne Traum

Autonomie ist das höchste Gut unserer Zeit. Sei du selbst. Folge deinem Herzen. Niemand sagt dir, was du zu tun hast.

Ja, ich verstehe das wirklich gut .

Denn Abhängigkeit wurde oft missbraucht.

Von Institutionen. Von Menschen. Von Religion. Wer will da noch jemandem vertrauen? Also lieber: ich selbst. Ich allein. Mein Gesetz.

Aber ich frage mich

Funktioniert das wirklich?

Wer sich selbst das Gesetz gibt, richtet sich auch selbst.

Wer sich selbst genug ist, trägt alles allein. Wer niemanden braucht, bekommt auch niemanden. Und irgendwann – in einer langen Nacht, in einer Krise, an einer Grenze – fragt man sich:Reiche ich mir selbst wirklich aus?

Autonomie als Götze

Ein Götze ist nicht unbedingt eine Statue. Ein Götze kann vieles sein.

Der Gedanke ist übrigens uralt. Schon im Garten Eden flüstert die Schlange:

„Ihr werdet sein wie Gott.“ – 1. Mose 3,5

Der erste Verkäufer von Autonomie. Das erste Versprechen von totaler Unabhängigkeit.

Und wir kaufen es noch immer.

Autonomie verspricht:

Du bist frei. Aber sie liefert oft das Gegenteil – die Last, alles selbst tragen zu müssen. Die Einsamkeit des Menschen, der sich niemandem beugt.

Was, wenn Abhängigkeit keine Schwäche ist?

Das Christentum dreht den Gedanken um. Nicht: Ich gebe mir selbst das Gesetz. Sondern: Ich empfange mein Leben aus einer Hand, der ich vertraue.

Das klingt nach Unterwerfung. Aber vielleicht ist es das Gegenteil. Vielleicht ist der Mensch, der loslassen kann, freier als der, der alles festhalten muss.

Ich denke noch laut nach.

Aber ich glaube: Echte Freiheit beginnt nicht bei mir. Sie beginnt dort, wo ich aufhöre, mein eigener Gott zu sein.

Was denkst du? Bist du wirklich so frei, wie du denkst?

mit freundlicher Unterstützung

wp-creativ.de 🙂


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