
Heute Morgen habe ich den Wecker gestellt. 7 Uhr.
Eine kleine, fast lächerliche Handlung. Und doch habe ich kurz innegehalten und gedacht: Warum eigentlich?
Weil 7 Uhr etwas bedeutet.
Es ist eine Tatsache. Keine Meinung, kein Gefühl – eine Tatsache. Der Tag beginnt. Ich weiß, wo ich bin.
Wir leben in einer Zeit, in der vieles verschwimmt. Wahrheiten werden verhandelt, Grenzen verschoben, Orientierung ist Mangelware. Und dann – klingelt der Wecker.
7 Uhr ist 7 Uhr.
Das klingt banal. Aber es ist eigentlich tröstlich. Fixpunkte geben dem Leben Struktur – und Struktur gibt Bedeutung.
Die Bibel beginnt nicht zufällig mit Ordnung. „Es wurde Abend, es wurde Morgen.“ Gott selbst hat dem Tag eine Form gegeben. Der Mensch ist nicht dazu gemacht, im Ungefähren zu treiben.
Vielleicht ist der Wecker also mehr als ein Wecker.
Aber jetzt die eigentliche Frage – an dich:
Welche Fixpunkte hat dein Tag? Nicht nur der Wecker. Sondern innerlich. Woran hältst du dich fest, wenn alles verschwimmt?
Gibt es einen Moment am Morgen, der dir sagt: Hier bin ich. Das ist wahr. Darauf baue ich.?
Oder driftest du – von Benachrichtigung zu Benachrichtigung, von Stimmung zu Stimmung – ohne Anker?
Der Wecker klingelt. Das ist eine Tatsache. Aber lebst du auch nach Tatsachen – oder nur nach Gefühlen?
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