
Frau Burner denkt laut.
Manchmal holt dich das Leben mitten in der Freude ein.
Heute war ich mit meinen drei Begleitern auf einer Hochzeit eingeladen. Das Wetter war wunderschön. Die Trauung romantisch, traumhaft. Danach ein Sektempfang in einem idyllischen Park.
Es wurde gelacht.
Dem Suchtkranken ging es heute nicht so gut. Doch er war dabei. Und das zählte.
Dann – gegen Nachmittag – kam eine Nachricht.
Die Mutter des Suchtkranken war plötzlich verstorben.
Mitten im Fest. Mitten in der Freude. Der Tod.
Wir waren alle geschockt. Der Suchtkranke war apathisch. Er konnte es nicht fassen. Zum Glück konnten ein paar Menschen sofort Krisenintervention leisten.
Und dann sah ich es.
Die drei hielten sich. Sie weinten miteinander. Kein Schönschwätzen. Keine Worte. Nur Tränen und Umarmungen.
Ich stand daneben und beobachtete. Ich war bereits von der Hochzeit zutiefst berührt. Und jetzt das. Mir fehlten die Worte.
Vielleicht braucht es manchmal keine.
Johannes 11,35 – der kürzeste Vers der Bibel:
„Und Jesus weinte.“
Auch er brauchte keine Worte. Nur Nähe.
Diese drei haben mir heute gezeigt, was Gemeinschaft wirklich bedeutet. Nicht nur beim Kaffee in der Sonne. Nicht nur beim Essen am Monatsersten.
Sondern auch dort, wo das Leben am härtesten trifft.
—
Und doch – mitten in diesem Schmerz war etwas Heiliges.
Der Suchtkranke war nicht allein. Er hatte Menschen, die blieben. Die nicht wegliefen. Die seine Tränen aushielten.
Das ist das größte Geschenk, das ein Mensch einem anderen geben kann:
Einfach da sein.
Die Bibel sagt:„Weinet mit den Weinenden.“ (Römer 12,15) Kein Rat. Kein Trost mit Worten. Nur Anwesenheit.
Und vielleicht ist das die tiefste Form der Lebenskunst – nicht, wenn alles gut läuft. Sondern wenn es wehtut.
Wenn man bleibt. Wenn man hält. Wenn man weint.
Der Schmerz wird bleiben. Aber er trägt ihn nicht allein.
Und das – das ist alles.
Wer hält dich, wenn die Nachricht kommt?
Und wen hältst du?
mit freundlicher Unterstützung von
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